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Der heute im Iran und Afghanistan gebräuchliche Kalender wurde im damaligen Persien 1925 eingeführt. Afghanistan übernahm den Kalender 1957; für die Monate werden aber die arabischen Bezeichnungen für die den persischen Monaten entsprechenden Tierkreiszeichen verwendet.

Der moderne persische Kalender hat recht komplizierte Schaltregeln, die innerhalb eines Zyklus von 2.820 Jahren 683 Schaltjahre vorsehen. Damit beträgt die durchschnittliche Jahreslänge 365.683/2.820 = 365,2422 Tage. Setzt man eine unveränderliche Länge des tropischen Jahres voraus, so läuft sich der übrigbleibende Fehler erst in über 2 Millionen Jahren zu einem Tag auf!

Zur Festlegung der Schaltjahre werden die 2.820 Jahre eines Zyklus in 21 Unterzyklen zu jeweils 128 Jahren und einen anschließenden Unterzyklus von 132 Jahren aufgeteilt. Jeder der Unterzyklen mit 128 Jahren wird in einen Unter-Unterzyklus mit 29 Jahren, gefolgt von drei Unter-Unterzyklen mit jeweils 33 Jahren aufgeteilt. Schließlich setzt sich der 132-Jahres-Unterzyklus aus einem Unter-Unterzyklus mit 29 Jahren, zwei Unter-Unterzyklen mit je 33 Jahren und einem abschließenden Unter-Unterzyklus mit 37 Jahren zusammen.

Ein Jahr besteht aus zwölf Monaten, deren Reihenfolge, Namen und Längen in der folgenden Tabelle ersichtlich sind (* - Länge in Schaltjahren).

Monat Tage
 1.  Farvardin 31
 2.  Ordibehescht 31
 3.  Chordad 31
 4.  Tir 31
 5.  Mordad 31
 6.  Shahrivar 31
 7.  Mehr 30
 8.  Aban 30
 9.  Asan 30
10.  Dey 30
11.  Bahman 30
12.  Esfand 29, 30*

Die Zählung der Jahre beginnt mit der Flucht Mohammeds von Mekka nach Medina im Jahre 622. Am 21. März 2001 begann mit dem 1. Farvardin das Jahr 1380. Der 1. Farvardin 1381 entspricht dem 21. März 2002 des Gregorianischen Kalenders.

Im vorislamischen Persien galt ein dem altägyptischen entsprechender Kalender, in dem sich das Jahr aus zwölf Monaten zu je 30 Tagen zusammensetzte. Fünf Zusatztage wurden zwischen dem achten und neunten Monat eingeschoben. Ab etwa dem (gregorianischen) Jahr 1000 wurden die Zusatztage nach dem letzten Monat angehängt.

Durch die unveränderliche Jahreslänge von 365 Tagen bewegte sich der Jahresanfang gegenüber den Jahreszeiten um einen Tag aller vier Jahre rückwärts. Die Folge war, daß bald Steuern verlangt wurden, bevor die Ernte reif war. Unter dem Kalifen al-Mutawakkil (Kalif 847-861) sollte der Jahresanfang (Naw Ruz) um 57 Tage verschoben werden; diese Reform wurde aber nicht verwirklicht. Im Jahre 895 wurde vom Kalifen al-Mu'tadid (Kalif 892-902) verfügt, daß der Jahresanfang um 60 Tage verschoben werden sollte und daß aller vier Jahre ein sechster Zusatztag hinzugefügt werden sollte, um den Kalender mit dem Julianischen Kalender in Übereinstimmung zu halten. Aber auch diese Reform wurde nicht umgesetzt.

Erst unter dem seldschukischen Herrscher Dshalal ad-Din Malik Shah wurde Neujahr auf das Frühjahrsäquinoktium festgelegt. Das Jahr setzte sich weiterhin aus zwölf Monaten und fünf Zusatztagen zusammen. Ein sechster Zusatztag wurde angefügt, wenn die Sonne am letzten Tag des Jahres bis Mittag nicht im Sternzeichen Widder stand. Das heißt, es wurde keine feste Schaltregel vorgesehen.

Für diese Kalenderreform hatte der Mathematiker, Astronom und Dichter Omar Chayyam eine Schaltregel ausgearbeitet, die innerhalb eines Zyklus von 33 Jahren 8 Schaltjahre vorsah. Damit wäre eine durchschnittliche Jahreslänge von 365 8/33 = 365,2424.. Jahren erreicht worden. Chayyams Vorschlag wurde jedoch nicht in die Praxis umgesetzt.


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